GIESSEN-WIESECK (kg). Ein tolles Volksfest erlebte Wieseck nach einjähriger
Pause mit der zweitägigen Kirmes auf dem frisch gepflasterten Festplatz an
der Sporthalle. "Es eas wirrer Kirmes in Wissich" hieß es in den vergangenen
Tagen im Gießener Stadtteil. Zwei Burschenschaften, "Knall voll" und "Frisch
weg", zusammengeschlossen zur Kirmes Wieseck GbR, wagten den ungewissen
Schritt, wieder ein Volksfest für "Wissich" zu veranstalten. Die Bilanz nach
zwei Tagen: Ihr Vorhaben gelang. Die Häuser und Tore waren bunt geschmückt,
als am Samstagnachmittag ein aus 20 Nummern bestehender Festzug durch den
Stadtteil rollte. Die Mühe der Burschenschaften, Flugzettel mit dem Hinweis
auf die Kirmes in die Briefkästen der Häuser an der Zugstrecke zu werfen,
habe sich gelohnt, freute sich ein Verantwortlicher. Mit schmissigen Klängen
führte der Fanfarenzug Hansa das bunte Treiben an. Burschenschaften aus
Wieseck sowie Lollar und Biebertal, Wiesecker Mädchenschaften und
Ortsvereine wie Obst- und Gartenbauverein, Feuerwehr und Freunde
historischer Fahrzeuge waren zu Fuß, per Rad oder mit Wagen und Fahrzeugen
auf einigen Ortsstraßen unterwegs. Gut gelaunte Wiesecker standen am
Straßenrand, reichten bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen den
Mitwirkenden kühle Getränke und freuten sich über das Engagement und den
Mut, wieder gemeinsam eine Kirmes zu feiern.
Petrus spielte natürlich eine gewaltige Rolle, er schickte bestes Wetter.
Sehr gut besucht zeigte sich auch der Samstagabend nach Angaben eines
Sprechers. Zu Tanz und Unterhaltung spielte am Samstagabend im
500-Personenzelt "Blue sky" auf. Gute Stimmung herrschte gestern Morgen beim
Wiesecker Frühschoppen, durch den musikalisch die Wiesecker Blasmusik unter
der Leitung von Walter Seibert führte und für Volksfeststimmung zum
Mitmachen und Mitsingen sorgte. Begonnen hatte der zweite Kirmestag mit
einem Gottesdienst, den Pfarrer Frank Wendel gestaltete. Sowohl im Zelt als
auch im angrenzenden Biergarten davor fanden sich bei Sommerwetter gut
gelaunte Besucher ein. Gestern Abend feierten die Mitglieder der
Burschenschaften das Ende der gelungenen Kirmes mit den Wieseckern.
| Markus Deibel, Marc
Styppa, Nils Mank und Micha Findling (von links) gehören zu den
Burschenschaften, die in Wieseck wieder eine Kirmes auf die Beine
gestellt haben. Bild: privat |
Stadt Gießen 24.07.2007 Eine Kirmes
von Wieseckern für Wiesecker
Burschenschaften organisieren Fest in kleinem Rahmen -
Umzug, Bunter Abend und Frühschoppen eingeschlossen
GIESSEN-WIESECK (Äat). Wieseck ohne Kirmes, das geht eigentlich gar
nicht. Im vergangenen Jahr hatten sich die Wirte zwar Mühe gegeben, eine
Art Festwochenende zu organisieren, doch eine richtige Kirmes war das
eben doch nicht. Diesem Zustand haben "Frisch weg" und "Knall voll" für
dieses Jahr ein Ende bereitet. Die beiden Burschenschaften haben eine
kleine, aber feine Kirmes organisiert. Bei den Vorbereitungen konnten
sie sich über eine selbst für sie erstaunliche Unterstützung freuen. So
ist es zum Beispiel gelungen, diese Kirmes über zwei Tage, nämlich am
Samstag, den 4., und Sonntag, den 5. August, bereits vollständig
vorzufinanzieren, als so spendenfreundlich hat sich die Wiesecker
Geschäftswelt erwiesen.
Begeistert erzählen Markus Deibel, Micha Findling, Sven Hamisch, Rene
Kreiling, Nils Mank und Marc Styppa von den Vorbereitungen für dieses
Fest. Alles ist ein wenig kleiner geraten. Doch dadurch blieb das
finanzielle Risiko eben überschaubar. Alles beginnt am Samstag um 16 Uhr
mit dem großen Kirmesumzug, an dem sich bis jetzt 17 Gruppen beteiligen
werden. Vorweg marschiert der Hansa-Musikzug. Am Festplatz hinter dem
Bürgerhaus geht es los, kreuz und quer durch Wieseck und dann zurück zum
Zelt. Das ist dieses Mal nicht ganz so groß geraten, bietet aber Platz
für 500 Personen. "Wir hoffen, dass es schön eng und damit gemütlich
wird", meint Deibel.
In Vergangenheit waren es die hohen Kosten, die immer wieder dafür
sorgten, dass Defizite entstanden. Während es früher einen Festwirt gab,
erledigen das dieses Mal die Burschen selbst. Trotz günstiger Preise,
erhoffen sie sich deshalb einen gewissen Überschuss. "Da muss schon das
Zelt wegfliegen oder abbrennen, wenn uns das nicht gelingen sollte",
erklärt Findling schmunzelnd. Außerdem freute er sich darüber, dass
ihnen sehr viel Hilfe aus Reihen der anderen Burschenschaften angeboten
worden sei. Sogar die Wirte aus dem Dorf haben angeboten, beim
Bierzapfen zu helfen. Am Samstagabend sollte das Zelt voll werden, denn
ein Bunter Abend mit Live-Musik von "Blue Sky" steht auf dem Programm.
Auch hier bleibt es beim kleinen Preis, denn als Eintritt müssen vier
Euro bezahlt werden.
Unheimlich gefreut haben wir uns, dass die Schausteller uns für die
beiden Tage ein außergewöhnlich großes Angebot an Geschäften zur
Verfügung gestellt haben", erzählt Stuppa von einem anderen Angebot auf
dem Festplatz. Neben einem kleinen und einem großen Kinderkarussell wird
es eine Berg- und Talbahn geben, Losbude und Schießstand und Geschäfte
mit Spielzeug und Leckereien werden ebenfalls aufgebaut. Natürlich ist
auch im Zelt für Verpflegung gesorgt, denn das übernimmt Wirt Oliver
Becker des benachbarten Sportheims, der während der Kirmes seine
Gaststätte schließt.
Dieses Mal findet der Frühschoppen am Sonntag statt und da spielt die
"Wiesecker Blasmusik" getreu dem Motto: Kirmes von Wieseckern für
Wiesecker. Da soll es dann wirklich hoch hergehen und Eintritt wird
nicht verlangt. Für die beiden Burschenschaften war das alles Neuland,
obwohl ihnen "alte Hasen" in Sachen Organisation einer Kirmes geholfen
haben. Von der Zuggenehmigung über die Gema-Erlaubnis und dem Zeltaufbau
bis hin zum Einkauf der Getränke musste alles selbst erfahren werden.
Doch jetzt sind alle Probleme gelöst. Am Sonntag ist für die
Burschenschafter aber noch nicht alles vorbei, denn am Montag muss
abgebaut werden. Da für die Organisatoren während der Kirmes
Alkoholverbot angesagt ist, planen die Burschen nach dem Zeltabbau im
Sportheim ein eigenes feuchtfröhliches Fest. Jetzt freuen sie sich, dass
die Sache läuft: "Es is wirrer Kirmes in Wissich."